Restrisiko
Als UNwort des Jahres schlage ich das Wort “Restrisiko” vor.
Restrisiko ist mit menschlichem Versagen oder mit menschlichen Unzulänglichkeiten gleich zu setzen. Das Wort soll Risiken verniedlichen bzw. unwahrscheinlich erscheinen lassen.
In Tschernobyl übte man die Verhinderung eines Supergaus und löste dabei ein Supergau aus. In Fukuschima sind seit 11 Jahren die Pumpen nicht überprüft worden. Andere Wartungsarbeiten sind ebenfalls vernachlässigt worden.
Das Restrisiko beim Autofahren ist ungleich kleiner als das Restrisiko einer Kernschmelze. Im Falle eines Autounfalls kommen u.U. einige Leute durch Unaufmerksamkeit, Trunkenheit oder technischen Pannen um.
Beim Atomkraftwerk können Tausende von Menschen sterben – in Tschernobyl geschätzte 50.000 Liquidatoren. Ganze Landstriche können für Jahrtausende unbewohnbar werden.
Angeblich kommt ein Supergau alle 10.000 bis 100.000 Jahre vor – ein kleines Restrisiko. In der Tat gibt es in den 60 Jahren seit Beginn des Atomzeitalters Tschernobyl, Harrisburg, Fukuschima (gleich 3 – 4
Mal) = ein schwerer Unfall alle 15 Jahre. Dabei sind die unzähligen meldepflichtigen Zwischenfälle nicht mal mitgerechnet.
G. S.
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